(Didn’t I want to write in English here? Well, too bad.)

Heute war ich mit der erweiterten Familie in einem Restaurant im Nachbarort (genau genommen das Hotel und Restaurant „Sättele“ in Steißlingen). Schöne Lage, gute Aussicht auf den Wald, all die guten Seiten des Landlebens. Wirklich wohl fühlte ich mich dort aber nicht.

Okay, gut, ich hatte schon etwas schlechte Laune, als wir hinein gingen, und reagierte dementsprechend etwas gereizt auf die überschwängliche Begrüßung – aber ich ließ mir nichts anmerken.
Es war alles merkbar betont Edel eingerichtet, aber man merkte, dass sie es nicht so recht konnten:

  • Unter der Spargelseite in der Speisekarte stand in etwa ‚Wir bitten um Verständnis, dass wir Ihnen Spargel nicht mit Pfannkuchen oder „Kratzete“ anbieten können.‘ Das liest sich für mich wie „Seht her, bei uns bekommen Sie keinen bäuerischen Unfug! Wir sind ja edel!“
  • Ich mag ja stilles Wasser, aber meine Mutter bevorzugt Sprudel (mit viel Sprudel). „Nein, wir haben nur <Teure Marke> still und medium.“ „Nichts mit viel Gas?“ „Nun, wir haben noch Personalsprudel von Randegger …“ „Wunderbar, das hätte ich gerne!“ Bepreist wurde das später freilich wie das Gourmet™-Mineralwasser.
  • Das Besteck war quasi das gleiche Stanzblech wie aus der Mensa bekannt, nur die Teller waren wieder betont fancy.
  • Die Bedienungen (oh, wie ich dieses Wort hasse …) schwätzten nicht minder Dialekt wie wir. (sic)
  • Es standen zwar schon nette Gläser (sah für mich aus wie Weingläser, mit Stiel eben, waren wahrscheinlich keine) auf dem Tisch, aber die Spezi bekam mein Bruder einfach in der Flasche. Das passte nicht so recht zusammen.
  • Und dann mein Hauptkritikpunkt: Die Auswahl (oder die Abszenz von ebenjener). Die Hauptgänge auf der Karte boten eine akzeptable Auswahl – sofern man Fleisch und Fisch isst. Für mich, als vegetarisch lebender Mensch, beschränkte sich die Auswahl auf drei Gerichte – eins davon Spargel, wo diverses an Fleisch als Beilage angeboten wurde und sicherlich auch der Sättigung diente. (Bei den Vorspeisen, im Übrigen, noch schlimmer).
    Hierzulande mag ja ein guter Zwiebelrostbraten in einem anständigen Restaurant dazugehören, aber mit so einer lächerlichen, geradezu alibihaften „Auswahl“ an vegetarischen (geschweige denn veganen) Gerichten kann ein Restaurant für mich nicht als hochwertig durchgehen.
    Nun gut, dann sollte man ja meinen, für dieses Geld zumindest satt zu werden und schmackhaft zu speisen. Während mein Essen also gut, aber nicht überragend war, blieb auch mit leerem Teller ein gewisses Hungergefühl. Glücklicherweise hatten die anderen genug Spätzle übrig, aber im Sinne des Erfinders war das mitnichten.

So, ich habe zwar nicht wirklich das Gefühl, fertig gerantet zu haben, aber das ist schon weitaus mehr, als ich auf Twitter geschrieben hätte. Danke für’s Lesen, wenn ihr bis hier durchgehalten habt.